ANTISANA (5758 m)

Bei guter Sicht erhebt sich südöstlich von Quito, in 50 km Entfernung, ein Eiskoloss mit drei Charakteristischen Gipfeln am Horizont: Der Antisana. In der Mitte der Hauptgipfel (Cima Máxima) mit einem riesigen Gipfelplateau, rechts der Extrembergsteigern vorbehaltene, spitze Südgipfel (Cima de los Tres) und links der unauffällige Nordostgipfel (Santiago Rivadeneira). Hinter dem Hauptgipfel versteckt sich ein weitere Gipfel, der Ostgipfel (Jorge Moncayo).
Als vierthöchster Berg von Ecuador, hat der Antisana den Ruf, zu den schwierigen Gipfeln Ecuadors zu gehören.
Die Erstbesteigung des Hauptgipfels (5758 m) gelang Edward Whymper mit den Brüdern Jean Antoine und Louis Carrel am 09.03.1880. Eine anerkennenswerte Leistung für die damalige Zeit. 20 Jahre später schaffen es auch die ersten Ecuadorianer, unter ihnen Don Nicolas Martinez im Jahre 1904.
Der Antisana, ein weiterer Vulkan Ecuadors, weist zwischen dem Hauptgipfel, dem Südgipfel und dem Ostgipfel eine Caldera des Durchmessers von 1.8 km auf. Ob dieser Vulkan noch als aktiv zu betrachten ist, wird bestritten. Mehrere Lavaströme traten vor 200 – 300 Jahren durch Seitenspalten aus dem Vulkan: Der grösste dieser Ströme (Antisanilla oder Muertepungo) erreicht beinahe 11 km und kann ab der H. Pinantura bei der Anfahrt zur H. El Hato del Antisana bewundert werden. Der Lavastrom Potrerillos floss im N des Vulkans das Tal des Río Tuminguina hinab und staute schliesslich die Laguna Papallacta auf.
Dieser Lavastrom weist eine faszinierende, vielfältige Vegetationsdecke auf. Das Verblüffende dieser Lavaströme ist die grosse Distanz der parasitären Krater von bis zu 10 km zum eigentlichen Vulkan.
Der letzte Vulkanausbruch war vor 300 Jahren und noch heute ist der Berg nicht ganz zur Ruhe gekommen, wie seine Schwefeldämpfe und heissen Quellen, die das Thermalbad von Papallacta speisen, beweisen.
Die Bedeutung des Namens Antisana ist unklar. Gemäss einer umstrittenen Theorie stammt der Name aus dem Quichua. „Anti“ würde „die Erde der Anden“ bedeuten und „sani“ hiesse „dunkler Lebensraum“. Von den Indios wird der Antisana „Chusalongo“ oder „Shacana“ genannt.
Wie alle Gletscher hat der Antisana wahrend den letzten Jahrzehnten erheblich an Gletscherschwund gelitten. Seit 1974 wird einer der Gletscherarme (der Gletscher 15 Alfa) systematisch überwacht. Das Ergebnis: Der Gletscher zieht sich um sage und schreibe 45 m pro Jahr zurück. Die Gletscher des Antisana haben es v.a. aufgrund ihrer Zerrisenheit zur Berühmtheit gebracht.
Der Antisana ein gewaltig vergletscherter Doppelvulkan ist kein Berg für Trekker sondern fordert den Bergsteiger heraus. Er ist steil, spaltenreich und teilweise schwierig. Seine Eismassen (Gletscher) sind einfach gigantisch, besonders auf der dem Oriente zugewandten Ostseite (Regenseite). Tatsächlich sind es v.a. die Gletscherspalten, die einen Aufstieg zum Antisana zur anspruchsvollen Tour machen. Insbesondere wenn wenig Schnee auf dem Gletscher liegt, sind grosse Umwege zu machen, Gletscherspalten zu durchqueren oder steile Eisflanken zu erklettern. Bei hohen Schneestand und optimaler Routenführung zeigt sich der Berg allerdings von einer weitaus weniger bissigen Seite.
Im Jahre 1993 würde die Umgebung des Antisana zur Reserva Ecológica de Antisana (REA) erklärt. Dieser Park wird von der privaten Fundación Antisana (FUNAN) in Zusammenarbeit mit der INEFAN verwaltet. Die REA umfasst verschiedene Klimazonen, wie Páramo, andiner Bergwald und tropischer Regenwald und wird als ein Gebiet hoher biologischer Vielfalt betrachtet.
REISEPROGRAMME:
2 TAGE ANTISANA BESTEIGUNG
5 TAGE ANTISANA - COTOPAXI TREK
16 TAGE RUNDREISE CAYAMBE - ANTIZANA
19 TAGE RUNDREISE CAYAMBE - ANTISANA - COTOPAXI & CHIMBORAZO |