COTOPAXI (5897 m)

Mit seinen 5897 m Höhe gehört der Cotopaxi zu den höchsten aktiven Vulkanen der Welt. In Ecuador wird der Cotopaxi in Sachen Höhe nur noch vom Chimborazo übertroffen (6310 m). Der erste historisch verzeichnete Ausbruch datiert aus dem Jahre 1534. Nach jenem Ausbruch verfiel der Vulkan in einen 200 Jahre anhaltenden Dauerschlaf, der 1742 durch eine erneute Eruption unterbrochen wurde. Die Kolonialstadt Latacunga wurde dabei zum ersten Mal dem Erdboden gleichgemacht. Weitere Ausbrüche folgten 1743, 1744 und 1766 - der heftigste 1768, als das inzwischen wieder aufgebaute Latacunga zum zweiten Mal zerstört wurde. Nach einer weiteren Ruhephase trat der Vulkan Mitte des 19. Jh. Abermals in Aktivität. Im Jahre 1877 verzeichnete man gleich vier starke Ausbrüche, wobei sich der unheilbringende 26. Juni als eine Art Höllenspektakel herausstellen sollte.
Seit dieser Ausbruchsphase ist es um den Vulkanriesen relativ still geworden. Die bisher letzte Eruption fand im Jahre 1904 statt. Ein kurzfristiges, leicht beunruhigendes Aufwärmen des „Kochtopfes“ wurde jedoch erst 1975 verzeichnet. Vulkanologen haben berechnet, dass im Schnitt alle 117 Jahre mit einem Ausbruch zu rechnen ist. Aktuelle Zeichen, dass der Cotopaxi aktiv ist, beschränken sich auf einige Fumarole an den inneren Flanken des Kraters. Der Durchmesser, gemessen am äusseren Kraterrand, beträgt rund 600 m. Gemäss einer Vermessung des IGM befindet sich der Kraterboden auf einer Höhe von 5648 m. Bis zum Gipfel ergibt sich somit ein Höhenunterschied von ca. 250 m.
Am 28.11.1872 stieg Wilhelm Reiss und sein kolumbianischer Gefährte Angel M. Escobar über die Südwestflanke zum Kraterrand auf. Der höchste Punkt im Kraterrand (Nordgipfel) würde jedoch am 9.9.1877 von Theodor Wolf und Alejandro Sandoval über die Nordwestflanke erreicht. Genau ein Jahrzehnt später erreichte auch der Engländer Edward Whymper von Norden her den rauchenden Schlot, auf dessen Rand er sogar übernachtete. Die von ihm eingeschlagene, insgesamt etwa zehnstündige Marschroute wird von den allermeisten Cotopaxi – Besteigern bis auf den heutigen Tag benutzt.
Der Name „Cotopaxi“ stammt aus der Sprache Cayapa. „coto“ heisse „Hals“, „pagta“ bedeute „Sonne“ und „shi“ könne mit „süss“ übersetzt werden. Es resultiert die sich etwas unwahrscheinlich anhörende Übersetzung: „Süsser Hals der Sonne“.
Der Cotopaxi befindet sich nahe der Panamericana, rund 55 km südlich von Quito. Die relativ grosse Distanz zum Ostabhang der Anden verhilft dem Cotopaxi aber zu einer hohen Anzahl von klaren Tagen. Von Quito betrachtet, fällt ein schwarzer Fleck wenig unterhalb des Gipfels auf. Nicht wenige Leute meinen, in diesem Fleck den Krater zu erkennen. In Wirklichkeit handelt es sich natürlich um eine Felswand. Die Indios nannten sie Yanasacha: „grosser, schwarzer Fels“. Die Normalroute erreicht wenig rechts dieser Felswand den Gipfel. Bemerkenswert ist auch die Umgebung des Vulkans: Eine riesige Sandebene und einige weitere Vulkane (Rumiñahui, Sincholagua, Quilindaña, Morurcu) umgeben den Cotopaxi.
Auf ungefähr halber Höhe des Kegels, auf 4800m, wurde 1971 vom Club de Andinismo San Gabriel eine Hütte (Refugio José F. Ribas) gebaut. Sie bietet Platz für 60 Personen, ist aber v.a. an Wochenenden oft überbelegt. Die Hütte weist die übliche Infrastruktur auf, d.h. einige Matratzen, keine Decken, Gas, Wasser, reduzierter Restaurantbetrieb.
Die Normalroute bietet grundsätzlich keine besonderen technischen Schwierigkeiten. Zwar ist sie oft recht steil, aber jedem steilen Abschnitt folgt stets eine flachere Zone. Der Cotopaxi kann theoretisch mit einer Hüttenübernachtung in zwei Tagen besteigen werden. Da eine solche Planung aber alle Regeln der Akklimatisation verletzt, wird dringend eine Übernachtung auf der Höhe 4000 bis 4400 m empfohlen. Die beste Akklimatisation wird allerdings erreicht, wenn zuvor ein Nachbarberg des Cotopaxi, beispielsweise der Rumiñahui Máxima, bestiegen wird.
REISEPROGRAMME:
2 TAGE COTOPAXI BESTEIGUNG
3 TAGE COTOPAXI BESTEIGUNG MIT AKKLIMATISATION
10 TAGE RUNDREISE COTOPAXI - CHIMBORAZO
15 TAGE RUNDREISE COTOPAXI - CHIMBORAZO
19 TAGE RUNDREISE CAYAMBE - ANTISANA - COTOPAXI & CHIMBORAZO
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