REVENTADOR (3562 m)

Der Reventador liegt 90 km ostnordöstlich von Quito. Diese Lage macht ihn zum idealen Ausgangspunkt für Blicke auf das obere Amazonasbecken und gehört zum auf vier Provinzen verteilte, 400.000 ha große ökologische Reservat, Cayambe-Coca. Die Höhenlagen reichen von schwülen 750 m bis hin zu den haarsträubenden Gletscherspalten des 5.790 m hohen Cayambe. Dementsprechend fällt auch die jährliche Niederschlagshäufigkeit aus, von 500 mm bis hin zu 3.500 mm.
Als einer der aktivsten Vulkane Ecuadors, besteht er aus einem äusseren Krater mit einem Durchmesser von 4 km. In diesem Krater hat sich ein neuer, regelmässiger Kegel der Höhe 1200 m gebieldet. Der innere Kegel weist einen kleinen Krater eines Durchmessers von etwa 200 m auf. Auf Grund des Durchmessers des äusseren Kraters kann geschlossen werden, dass dieser Vulkan zu Urzeiten einmal über 7.000 m hoch gewesen sein, der höchste des amerikanischen Kontinents.
Da der Vulkan bis in die 60er Jahre – Bau des Oleodukts – abseits aller Verkehrswege lag, ist wenig über seine eruptive Geschichte bekannt. Die letzte aktive Phase geht auf die Mitte der 70er Jahre zurück. Die Eruptionen des Reventador seien zu gewissen Zeiten jenen des Sangay gleichgekommen. Die Eruption von 1976 beispielsweise hätte Lavaflüsse zur Folge, die bis 4 km an die Strasse heranreichten. Seit dem Ende der 70er Jahre ist der Vulkan relativ ruhig. Anzeichen seiner Aktivität beschränken sich auf einige Fumarole am inneren Kraterrand. Einen Franzosen gelang in den 30er Jahren dann die Erstbesteigung des “Platzenden” (so die wörtliche Übersetzung), des einzigen Vulkan in ganz Ecuador (außer auf Galápagos), der aus bisher noch ungeklärten Gründen keinen indianischen Namen trägt.
Der Reventador weist eine einmalige geologische und ökologische Landschaft auf. Die letzten Eruptionen und die spezielle Lage am äussersten Abhang zum Oriente haben interessante Landformen und Lebensräume geschaffen, wie zum Beispliel: Eine märchenhafte Pflanzenwelt, mineralhaltige Whirlpools, erkaltete Lavaströme, Steine in allen Formen und Farben, Papageienschwärme, orange-geflügelte Höhlenmoskitos, Glühwürmchen wie heruntergefallene Sternchen und ein geradezu gigantisches Bergtapir. Die Besteigung des Reventador gehört sicher zu den eindrücklichsten Touren, die in Ecuador möglich sind. Der Berg ist nicht besonders hoch (3562 m), die Besteigung beginnt aber auf 1510 m, so dass immerhin 2000 Höhemeter zu überwinden sind. Auf ca. 2070 m steht eine einfache Holzhütte. In der Regel sind vier Tage für die Besteigung zu veranschlagen. Besser werden aber fünf Tage eingeplant, um möglichst zwei Chancen für eine Besteigung zu haben. Zu den Höhepunkten des Abenteuers gehört auch der grösste Wasserfall Ecuadors, die 140 m hohe Cascada del Coca, auch “Cascada de San Rafael” genannt.
REISEPROGRAMME:
5 TAGE REVENTADOR BESTEIGUNG
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