SANGAY (5230 m)
Der Sangay zählt zu den aktivsten Vulkanen auf dem amerikanischen Kontinent. Seiner Kegel verbirgt sich in einer Region der östlichen Andenkordillere, 45 km südöstlich von Riobamba und ist an selten, klaren Tagen sowohl vom Oriente als auch vom Hochland aus zu sehen. Der Vulkan befindet sich dort, wo der Páramo in den Dschungel übergeht. In der Folge präsentiert sich dieser Berg mit einer einzigartigen Flora und Fauna. Aus diesem Grunde würde 1979 das Gebiet um den Sangay in einer Fläche von 272'000 ha zum Nationalpark erklärt. Die UNESCO setzte zudem diesen Park auf die Liste des "Welterbes der Menschheit".
Der Nationalpark Sangay beschreibt ein Gebirgsdreieck zwischen den Provinzen Morona Santiago, Tungurahua und Chimborazo und umfasst sowohl amazonische als auch andine Höhenlagen von 900 bis 5230 m. Zu den schneebedeckten Riesen des Nationalparks gehören die Fünftausender Gipfel des Tungurahua, Altar und Sangay. Neben einem unvorstellbaren Pflanzenreichtum finden sich in diesem unwegsamen Gebiet auch einige vom Aussterben bedrohte Tierarten Zuflucht. Darunter der sagenhafte Bergtapir, Brillenbären, Pumas, Ozelote und Jaguare. Eine neue Strasse vom kühlen Riobamba bis ins tropische Macas wird den Nationalpark bald in zwei Hälften teilen.
Der Vulkan Sangay besteht aus einem symmetrischen Kegel einer Neigung von 30-35 Grad. Dieser Kegel befindet sich aufgrund ständiger Explosionen in einer Aufbauphase. Solche Explosionen finden in einem Abstand von 15 bis 60 Minuten statt und führen zum Ausstoss einer mehrere hundert Meter hohen, weissen Rauchwolke. Diese Rauchwolke kann bei guten Sichtverhältnissen von jedem beliebigen ecuadorianischen Gipfel beobachtet werden.
Der Vulkankegel weist drei Krater auf. Im SW der Hauptkrater mit einem Durchmesser von 100 m, ein kleinerer Krater im E und ein dritter Krater im N des Gipfelplateaus. Die Aktivität scheint dabei über die Jahrzehnte zwischen diesen verschiedenen Kratern zu wandern. Neben diesen Explosionen sind auf dem Gipfelplateau verschiedene Fumarole zu beobachten.
Die erste historisch verzeichnete Eruption datiert von 1628. Die Geschichte notiert im Folgenden ständige Eruptionen zwischen 1728 und 1916. Nach 1916 trat eine ruhigere Phase ein. Diese Pause konnte im August 1929 von einer US Expedition für eine Erstbesteigung genutzt werden. Als erste Frau stand am 16. September 1982 die Ecuadorianerin Helena Landázuri auf dem feurigen Kraterrand.
Über den Namen dieses Vulkans kursieren verschiedene Theorien: Eine Theorie führt "Sangay" auf das Wort "Samkay" der Sprache Quichua zurück. "Samkay" bedeutet dabei soviel wie "erschrecken". Gemäss einer anderen Theorie ist "Sangay" mit "Shanga" verwandt. "Shanga" wiederum bedeutet "wohlwollend, von guter Natur oder Charakter".
Der Sangay befindet sich in einer abgeschiedenen Lage, inmitten eines der unwegsamsten Gebietes Ecuadors. Allein um zur Basis des Vulkans (La Playa auf etwa 3600 m) zu gelangen, sind drei Tage notwendig.
In La Playa steht seit 1995 eine Strohhütte, die von der INEFAN mit der finanziellen Unterstützung von "Fundación Natura" und dem "WWF" gebaut wurde. Dort können die Explosionen vom Kraterrand vernommen werden. Bei Nacht ist die Sicht auf den Berg oftmals am besten.
REISEPROGRAMME:
8 TAGE SANGAY BESTEIGUNG |