SUMACO (3780 m)
Der Volcán Sumaco bildet in verschiedener Hinsicht eine Besonderheit unter den ecuadorianischen Vulkanen. Als einzige Erhebung um 3800 m steht er weit abgesondert von der Cordillera Central inmitten des tropischen Regewaldes. Tatsächlich gehört der Volcán Sumaco zu einer Reihe von Vulkanen (Reventador, Pán de Azúcar und Sumaco), die sich geologisch grundsätzlich von jenen der Cordillera Central und Cordillera Occidental unterscheiden. Sie stehen nämlich auf einer tektonisch stabilen Zone, die eigentlich keine Vulkane vermuten liesse. Der aktuelle Kegel des Volcán Sumaco ist mit weniger als 100'000 Jahren Alter relativ jung.
Obwohl der Volcán Sumaco in einer Region mit höher Erosion liegt, ist der heutige Kegel praktisch noch vollständig erhalten. Dies deutet auf eine kürzliche vulkanische Aktivität hin. Es wird vermutet, dass der letzte Ausbruch weniger als 800 Jahre zurückliegt. Die Vulkanasche soll bei diesem Ausbruch das 30 km nordwestlich liegende El Chaco erreicht haben. In den letzten Jahrzehnten wurden keine Anzeichen von Aktivität beobachtet. Der Krater präsentiert sich darum überzogen von einer Vegetationsschicht. Mitten im Krater, in einer Tiefe von 50 Metern, schmückt ein kleiner Tümpel den ca. 200 m breiten Schlund. Gemäss der IGM-Karte liegt dieser See auf einer Höhe von 3732 m. Der höchste Punkt im Kraterrand befindet sich aber auf ca. 3780 m. Etwa 500 m südlich liegt der tiefere Süd-Gipfel (3730 m), welcher bei einer Besteigung überschritten werden muss.
Über die Herkunft des Namens "Sumaco" kann wenig Sicheres gesagt werden. Der Name führt auf eine in Spanien beheimatete Pflanze namens Zumaque zurück. In den Berichten spanischer Chronisten werde eine Ähnlichkeit der Zumaque-Pflanze mit der amerikanischen Coca-Pflanze erwähnt. Der Vulkan scheint nach dieser Zumaque-Pflanze benannt worden zu sein.
Die andinistische Geschichte dieses Berges ist kurz. Im Jahre 1865 bestieg Jiménez de la Espada vermutlich als erster den Gipfel. Der englische Vulkanologe G. W. Dyott folgte ihm Jahre 1925. Ein Jahr später erreichte der italienische Missionar Emilio Gianotti ebenfalls den Gipfel. Heute wird dieser Vulkan praktisch nur von geführten Gruppen bestiegen.
Bei guten Sichtverhältnissen wird man für den Aufstieg deshalb nicht nur mit einer atemberaubenden Aussicht auf den tropischen Regenwald des oberen Amazonas-Beckens belohnt, sondern auch mit einem einzigartigen Blick auf die Bergkette der Cordillera Central.
Zwischenzeitlich wurden sowohl lokale Führer ausgebildet als auch ein Fussweg zum Vulkan angelegt. Ausgangspunkt ist die Gemeinde Pacto Sumaco (1500 m).
Der Sumaco steht weit ab von der Zivilisation, inmitten eines undurchdringbaren Urwaldes. Seine Hänge sind bis heute von menschlichen Einflüssen weitgehend ungestört geblieben. Wegen der hohen Artenvielfalt würde 1994 eine Fläche von 205'249 ha rund um den Vulkan zum Parque Nacional Sumaco-Napo-Galeras erklärt. Die Höhe dieses Parks variiert zwischen 500 und 3780 m, weshalb der Park unterschiedlichste Klimazonen aufweist. Der Park ist eine regelrechte ökologische Insel, die zudem klare Anzeichen von endemischer Flora und Fauna trägt.
REISEPROGRAMME:
7 TAGE SUMACO BESTEIGUNG
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